Effektives beten – Charles H. Spurgeon

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Charles Spurgeon (1834 – 1892) war ein großer Prediger und Theologe, der noch bis heute in vielen Denominationen der Christenheit viel Einfluss hat. Besonders zeichnete er sich jedoch durch sein Gebetsleben aus. Was würde Gott unter und mit uns bewirken, wenn wir wieder lernen würden das Gebet zum Atmen unserer Seele zu machen?

Nicht den Mund mit Worten füllen…

… sondern mit Argumenten

Nicht den Mund mit Worten füllen, noch mit guten Redensarten oder netten Ausdrücken, – sondern den Mund mit Argumenten füllen, wie die alten Heiligen beim Beten zu argumentieren pflegten. Wenn wir zur Pforte der Barmherzigkeit kommen, dann sind zwingende Argumente die Schläge des Türklopfers, welche die Pforte öffnen.

Warum soll man überhaupt Argumente benutzen? Die Antwort lautet: gewiss nicht, weil Gott langsam ist zu geben; nicht, weil Gott über irgendeinen Umstand, der sich auf uns oder irgend etwas in Verbindung mit der erbetenen Barmherzigkeit bezieht, informiert werden muss. Die Argumente, die benutzt werden sollen, dienen unserem eigenen Vorteil, nicht dem Seinigen. Er fordert uns auf, unsere Sache bei Ihm zu vertreten und unsere zwingenden Gründe vorzubringen, wie Jesaja sagt, weil dies zeigen wird, dass wir den Wert des Barmherzigkeits-Erweises empfinden. Wenn ein Mensch nach Argumenten für eine Sache sucht, liegt der Grund darin, dass er dem Bedeutung beimisst, wonach er trachtet.

Außerdem lehrt uns unser Gebrauch von Argumenten die Basis, auf der wir den Segen erhalten. Falls jemand mit dem Argument aus eigenem Verdienst heraus käme, würde er niemals Erflog haben; das erfolgbringende Argument gründet sich immer auf seine Gnade. Und von daher wird der Seele, die ihre Sache derart vor Gott vertritt, zutiefst ein Verständnis davon vermittelt, dass aus Gnade und aus Gnade allein ein Sünder irgend etwas vom Herrn empfängt.

Darüberhinaus soll die Verwendung von Argumenten unseren Eifer entfachen. Der Mann, der ein Argument bei Gott benutzt, wird beim Gebrauch des folgenden mehr Kraft haben, wird das nächste mit noch mehr Macht verwenden und das darauffolgende mit noch größerer Kraft. Die besten Gebete, die ich jemals in unseren Gebetsversammlungen hörte, waren jene, die am meisten mit Argumenten gefüllt waren. Manchmal zerschmolz meine Seele geradezu, wenn ich Brüdern zuhörte, die vor Gott kamen in dem Gefühl, die Barmherzigkeit sei wirklich nötig und sie müssten sie erlangen; denn zuerst drangen sie in Gott, sie aus diesem Grunde zu schenken, und dann aus einem zweiten, dann aus einem dritten, dann aus einem vierten und fünften, bis sie den Eifer der gesamten Versammlung erweckten.

Was Gott anbelangt, so gibt es überhaut kein Bedürfnis nach Gebet, – aber welches Bedürfnis danach besteht um unserer selbst willen! Wenn wir nicht gedrängt wären zu beten, frage ich mich, ob wir überhaupt als Christen leben könnten. Wenn Gottes Barmherzigkeits-Erweise uns unerbeten erreichten, wären sie nicht halb so nützlich wie jetzt, wo sie gesucht werden müssen. Denn nun empfangen wir einen doppelten Segen, einen Segen beim Empfangen und einen Segen beim Suchen. Der Akt des Betens selbst ein Segen

Beten heißt auf Adlersflügen über die Wolken aufzusteigen und in den klaren Himmel zu gelangen, wo Gott wohnt. Beten heißt, in die Schatzkammer Gottes einzutreten und sich aus einem unerschöpflichen Lager heraus zu bereichern…

Abgesehen von der Antwort ist das Gebet in sich ein Segen. Beten bedeutet, deine Lasten abzuwerfen, deine Lumpen wegzureißen, deine Krankheiten abzuschütteln, mit geistlicher Kraft gefüllt zu werden, den höchsten Punkt des Wohlergehens als Christ zu erlangen.

Schenke uns Gott, dass wir uns viel der heiligen Kunst befleißigen, mit Gott im Gebet zu argumentieren

C.H. Spurgeon „Effective Prayer“ Evangelical Press, London, o.J.; Seiten 9-11. nach Jugend mit einer Mission in Deutschland e.V. „Der Auftrag“ NR.5 Okt-Dez. 1982

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