Ein einfaches Bild, das wir vielleicht noch nicht verstanden haben

Jesus sprach viel in Gleichnissen. Die Volksmenge um Jesus verstand diese Gleichnisse nicht, die Jünger hatten immer Schwierigkeiten sie zu verstehen und je mehr ich die Bibel studiere, desto mehr merke ich, das ich das gleiche Problem wie die Jünger habe. Früher dachte ich vieles zu verstehen, wobei ich heute weiß, das ich das meiste nicht verstehe.

So bin ich auch momentan ganz neu von der Tiefe und Klarheit eines Wortes Jesu begeistert, von dem ich früher dachte ich hätte es verstanden und ich würde in meinem Leben ganz gut danach leben, worin ich heute jedoch eine große Herausforderung und eine Lebensaufgabe mit einer wunderbaren Verheißung sehe. Es geht um den Weg um wirklich tiefsten Frieden und Freude für sein Leben zu finden.

Kommt her zu mir

Jesus sprach:

„Kommt her zu mir, alle die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! Nehmt mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ (Matt 11,28)

Früher dachte ich, diese Worte Jesu seien vor allem eine Einladung an ungläubige Menschen gewesen, heute sehe ich einen viel tieferen Ruf an die, die sich bereits zu Jesus bekennen und ihm nachfolgen wollen.

Was macht uns „mühselig und beladen?

Das Wort „mühselig“ kommt in der Schlachterübersetzung nur einmal vor. Das griechische Wort an dieser Stelle ist κοπιάω und bedeutet erschöpfende Arbeit zu leisten bzw. erschöpft zu sein. In Lukas 12,27 finden wir das gleiche griechische Wort:

„Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht und spinnen nicht; ich sage aber: Selbst Salomo in all seiner Herrlichkeit ist nicht gekleidet gewesen wie eine von ihnen“

Mit diesem Gleichnis zeigte Jesus ein Beispiel, warum wir uns keine Sorgen um weltliches Wohl machen müssen. Zuvor sprach er zu seinen Jüngern: „Sorget euch nicht um euer Leben, was ihr essen sollt, noch um den Leib, was ihr anziehen sollt.“ (Lukas 12,22) Und danach erklärte er ihnen noch „Denn nach all diesem trachten die Heidenvölker der Welt; euer Vater aber weiß, das ihr diese Dinge benötigt. Trachtet vielmehr nach dem Reich Gottes, so wird euch dies alles hinzugefügt werden!“ (Lukas 12,30-31).
Eines der Dinge, die uns erschöpfen können und für die Jesus in diesem Vers die Lösung gegeben hat sind also die weltlichen Sorgen, das Sorgen um Dinge, die wir zu unserem eigenen Wohl brauchen und um die wir uns eigentlich gar nicht Sorgen müssten.

Beladen ist jemand, der eine schwere Last trägt. Das hier verwendete griechische Wort (φορτίζω) finden wir nur an einer zweiten Stelle im Neuen Testament. In Lukas 11,46 heißt es „Wehe auch euch Gesetzesgelehrten! Denn ihr laden den Menschen unerträgliche Bürden auf, und ihr selbst rührt die Bürden nicht mit einem Finger an“.  Eigens oder von anderen auferlegte, religiöse Pflichten können eine sehr schwere Last sein, eine Last die mich auch selber beinahe erdrückt hätte. Um es diesen Menschen oder ihren eigenen Maßstäben gerecht zu machen mühen sich viele Menschen ab um Geboten und Regeln genüge zu tun, die Gott nie aufgegeben hat. Oft verhärten diese Menschen dadurch selber und fangen an andere nach diesen Maßstäben zu richten, die sie doch selber gar nicht einhalten können.

Sind dies beides nicht die zwei größten Problemgruppen die unsere Gemeinde hat? Oft wird die Gemeinde in zwei Gruppen eingeteilt, in Liberale und Konservative. Die Liberalen sind es, die den Glauben oft sehr locker sehen, währenddessen aber oft tief in den Dingen der Welt stecken, sie Sorgen sich um die Dinge, die sie niemals näher zu Christus führen können und versäumen somit das zu tun was wirklich wichtig ist.
Die Zweite Gruppe, die Konservativen legen oft einen größeren Wert auf „geistliche“ Dinge. Sie sind sehr bedacht, das alles den rechten Gang geht und das der Glaube recht bewahrt wird. Aber trotz all ihrem Eifer für die Sache Gottes scheint ihnen das wesentliche zu fehlen. Sie merken oft nicht, das auch all ihre Bemühungen sie nicht näher zu Christus führen und Ihren Charakter nicht in das Bild des Sohnes Gottes verwandelt. Auch sie ruft Jesus auf von ihm zu lernen!

Das Bild des Jochs

Um seine Worte zu veranschaulichen benutzt Jesus hier das Bild des Jochs. Das Joch ist ein Geschirr, das verwendet wurde um zwei Ochsen gemeinsam vor einen Pflug oder einen Wagen zu spannen. Um ein junges Tier, das diese Arbeit nicht kannte daran zu gewöhnen, wurde es oft mit einem erfahrenen Zugochsen zusammen in ein Joch gespannt. Dieses Bild greift Jesus auf. Er wird durch den erfahrenen Ochsen symbolisiert, der den Großteil der Last trägt (deshalb ist für den anderen die Last leicht) und dem, der bereit ist sein Joch auf sich zu nehmen lehrt ihm ähnlich zu werden.

Jesu Arbeit

Jesus hat immer wieder klar gemacht, warum er auf diese Erde gekommen ist. Er ist gekommen um „Sünder zur Buße zu rufen“ (Luk 5,32). Kurz bevor Jesus zu seinem Vater in den Himmel gefahren ist, hat er seinen Nachfolgern die gleiche Aufgabe übertragen:

„Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden, So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen“ (Matt 28,18-20)

Ohne Zweifel lehrt die Bibel, das Gott will, das „alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“(1. Tim 2,4). Wer die Lehren Jesu studiert wird klar erkennen, das die Bibel etwas wie einen Christen, der nicht an der Errettung seiner Mitmenschen beteiligt ist gar nicht geben kann. Jesus hat dies klar gemacht, als er sagte: „Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut!“ Es gibt nur zwei Gruppen, Sammler und Zerstreuer und wer nicht aktiv sammelt, der wird (ohne es zu merken) zerstreuen.

Das Große Ziel der Missionsarbeit ist es, das möglichst alle Menschen gerettet werden, aber es ist nicht das einzige Ziel, Jesus sagte, das diese Arbeit der Weg ist, wie wir wirklich Ruhe für unsere Seelen finden können.

Wieso finden wir so Ruhe?

Jesus hat versprochen, das er uns auf diesem Weg erquicken wird und wir Ruhe für unsere Seele finden werden. Wir können in . Wer möchte nicht diese Ruhe und diesen Inneren Frieden haben, „den die Welt nicht geben kann“ (Joh 17,27).

Der Grund, weshalb wir keinen Frieden finden liegt tief in uns verborgen. Seit Adam und Eva sich gegen Gott entschieden haben und von der verbotenen Frucht gegessen haben befindet sich im Inneren jedes Menschen eine tiefe Unruhe, irgendetwas fehlt, das uns davon abhält einfach nur glücklich zu sein. Auch die beiden in diesem Vers beschriebenen Probleme sind Ausdruck dieser inneren Unruhe. Sowohl der, der sich mit weltlichen Sorgen umgibt, als auch der, der in die Religiosität flieht versucht letztendlich dieses innere Loch durch seinen Weg zu stopfen. Aber keiner dieser Wege kann wirklich helfen, der einzige Weg zum wahren Frieden ist Jesu Einladung zu folgen: „lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig„.

Von Jesus zu lernen, welcher „sanftmütig und von Herzen demütig“ ist, bedeutet selber sanftmütig und demütig zu werden. Beide Eigenschaften sind eng miteinander verbunden. Sanftmut bedeutet nachsichtig und mild und freundlich zu sein, und wer demütig ist stellt das eigene „ich“ zu Gunsten seiner Mitmenschen zurück.

So wie Jesus seine hohe Stellung beim Vater „nicht wie einen Raub festhielt“ (Phil 2,6), so wird der, der von ihm gelernt hat ebenso sein persönliches Geltungsbedürfnis begraben können. Wie Jesus wird er in den andersgläubigen Menschen keine sturen Böcke und Feinde sehen, sondern er wird in ihnen „Mitleid haben, weil sie ermattet und vernachlässigt sind wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Matt 9,36). Und so wie Jesus und auch Mose, den die Bibel als den sanftmütigen Menschen bezeichnete (4. Mo 12.3), wird er auch bereit werden sein eigenes Leben für seine Mitmenschen aufzugeben (vergl 2. Mo 32,32).

Hochmut, Stolz und Egoismus haben im Leben eines solchen Menschen keinen Platz mehr, sondern vielmehr wird er jedem mit Liebe begegnen und erfahren, das für ihn „die Gebote Gottes nicht schwer“ (1. Joh 5,3) sind. Und so wird er den Frieden, den Adam und Eva verloren, als sie anfingen Egoistisch an sich selber zu denken, wiederfinden, indem er in freier Liebe alles bereit ist für seinen Nächsten und Gott zu geben. So verändert kommt er im Einklang mit Gott und seinem Gebot der Liebe, und er wird erkennen, das der einzige Weg wahren Frieden zu finden der Weg Gottes und die Gemeinschaft mit Gott ist.

2 thoughts on “Ein einfaches Bild, das wir vielleicht noch nicht verstanden haben

  1. Ich wollte wiessen diese Wort Jesus:Alle,die nicht gegen mich sind,sind für mich>> wie kann ich eine kleine Zusammenfassung schreiben?????

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